Klimawandel bedroht Vögel und Schmetterlinge
Tiere können sich an Temperaturerhöhungen nicht anpassen
Noch kann der Segelfalter dem Klimawandel folgen (Foto: Chris van Swaay)
Noch kann der Segelfalter dem Klimawandel folgen
(Foto: Chris van Swaay)


Leipzig (pte 11.01.2012) - Vögel und Schmetterlinge leiden unter dem Klimawandel. Die Temperaturen haben sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten in Europa schneller erhöht als die Tiergruppen sich anpassen konnten. Die Tiere sind langsamer nach Norden gewandert als es ihre klimatischen Erfordernisse für nötig erscheinen lassen. "Einige der Schmetterlingsarten könnten durch den Klimawandel aussterben. Die meisten Arten werden nicht komplett aussterben, nur in bestimmten Regionen", sagt Oliver Schweiger vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) http://www.ufz.de gegenüber pressetext.

Wissenschaftler alamiert

Die internationale Studie ist der erste Beleg dafür, dass der Klimawandel zu einer deutlichen Verschiebung der Lebensräume führt und Lebensgemeinschaften aus verschiedenen Tiergruppen auseinander reißen kann. Für die Erhebung werteten die Forscher Daten von ehrenamtlichen Beobachtungsnetzwerken aus, die aufgebaut sind wie das Tagfalter-Monitoring Deutschland. Im Schnitt lagen Schmetterlinge 135 und Vögel sogar 212 Kilometer gegenüber der Temperaturerhöhung und der Verschiebung ihrer Lebensräume nordwärts zurück.

"Unsere Ergebnisse weisen nicht nur darauf hin, dass Vögel und Schmetterlinge nicht schnell genug dem Klimawandel hinterher ziehen können. Sie zeigen auch, dass die Lücke zwischen beiden Gruppen größer wird", betont Chris van Swaay von der Niederländischen Schmetterlingsstiftung. Für die einzelnen Länder sind die Ergebnisse recht unterschiedlich: So hat sich die Durchschnittstemperatur der Lebensräume von Vogelarten in Tschechien kaum, in Schweden dagegen stark erhöht.

Bei Schmetterlingen gab es in Großbritannien nur geringe, in den Niederlanden dagegen starke Veränderungen. "Daten aus Deutschland, wie sie im Rahmen des Tagfalter-Monitorings erhoben werden, dürften in wenigen Jahren dann auch ähnliche Analysen zulassen, waren hier aber noch nicht mit eingeflossen, da sie noch nicht lange genug vorlagen, um hier vergleichbar mit einfließen zu können", so Josef Settele vom UFZ.

Hochspezialisierte Arten gefährdet

Die Ergebnisse sind aus Sicht der Wissenschaftler alarmierend. Denn Vögel und Schmetterlinge zählen zu den am meisten verbreiteten und mobilsten Tiergruppen. Die Verzögerung bei der Klimadrift könnte verschiedenste Lebensgemeinschaften auseinanderreißen, fürchtet Josef Settele: "Zum Beispiel sind viele Vogelarten bei ihrer Ernährung auf Raupen bestimmter Schmetterlingsarten angewiesen und könnten daher unter den Veränderungen leiden."

Je spezialisierter eine Art sei, umso gefährdeter wird diese durch solche Verschiebungen. "Die Raupen des Natterwurz-Perlmutterfalters sind beispielsweise auf den Wiesenknöterich als Fraßpflanze angewiesen. Auch wenn es diese Schmetterlingsart vielleicht gerade noch so schaffen würde, mit den Temperaturen mitzuziehen - die Pflanze, von der sie abhängig ist, ist dagegen bei weitem nicht so mobil", weiß Settele.

(pte)


111 Jahre, 7 Schleusen und 3 Sterne:
Der Elbe-Lübeck-Kanal feiert Geburtstag
und der Radfernweg „Alte Salzstraße“ punktet bei den Gästen


Er ist die blaue Ader quer durch das schöne Herzogtum Lauenburg, er ist der Nachfolger eines mittelalterlichen Handelsweges, an seinem Ufer genießen Radler eine komfortable Tour und um ihn herum spielt der Kultursommer am Kanal: der Elbe-Lübeck-Kanal wird in diesem Jahr 111 Jahre alt!

Ratzeburg - In seinem langen Leben ist der alte Herr nicht nur Wasserweg geblieben, sondern zum touristischen und kulturellen Mittelpunkt einer ganzen Region geworden. Am 16. Juni 1900 wurde der Elbe-Lübeck-Kanal durch Kaiser Wilhelm II. in Betrieb genommen. Der 62 Kilometer lange Kanal verbindet die Elbe im Süden mit der Trave und der Ostsee im Norden. Sieben Schleusen liegen heute zwischen Lauenburg und Lübeck. Dabei ist der Elbe-Lübeck-Kanal der Nachfolger des ersten Wasserscheidekanals Europas. Der Delvenau-Stecknitz-Kanal ging bereits 1398 in Betrieb. Er war der Transportweg für ein besonderes Gut: das Salz aus Lüneburg.

Jahrhundertelang wurde es auf der „Alten Salzstraße“ nach Lübeck transportiert und von dort aus in den gesamten Ostseeraum verschifft. Heute ist die „Alte Salzstraße“ ein mit 3 Sternen zertifizierter Radfernweg. Er führt von Lüneburg nach Lauenburg und von dort immer entlang des Kanals bis nach Lübeck. Die Spuren des Salzes und die technischen Zeitzeugen beider Kanäle sind noch an vielen Stellen erlebbar. Beispielsweise rund um Büchen: hier kann man sich in der Priesterkate, dem Kulturzentrum in Büchen Dorf, ausgiebig über den historischen Wasserweg informieren.


Etwas südlicher befindet sich in Witzeeze nicht nur die mit Wasserkraft betriebene Hotoppsche Schleuse, sondern auch die Dückerschleuse, eine historische Schleuse des einstigen Delvenau-Stecknitz-Kanals. Nördlich von Büchen wartet in Siebeneichen die einzige Fähre am Kanal auf ihre Gäste: sie befördert schon seit über 100 Jahren Mensch, Vieh und Fahrzeug auf die andere Seite nach Fitzen. Noch weiter nördlich kommt man nach Güster. Hier wurden große Kiesvorkommen entdeckt und über den Elbe-Lübeck-Kanal abtransportiert. Heute ist das ehemalige Abbaugebiet eine wunderschöne Seenlandschaft mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten. (www.amt-buechen.eu)


Vorbei an der Eulenspiegelstadt Mölln gelangt man in die Stecknitz-Region rund um Berkenthin und Krummesse. In Berkenthin spiegelt sich das wunderschöne Ensemble des Pastorats und der Maria-Magdalenen-Kirche an der Wasseroberfläche des Kanals. Auf dem Friedhof befinden sich noch die alten Gräber der Stecknitzfahrer. Ganz in der Nähe liegt in den Sommermonaten die Rekonstruktion eines historischen Salz-Prahms: die „Maria-Magdalena“ gibt einen Eindruck davon, wie einst das kostbare Salz transportiert wurde. An jedem ersten Samstag im Monat kann der Salz-Prahm auch getreidelt werden. Zum Erwerb des „Treidlerpatents“ gehört auch das Trinken eines „Stecknitz-Köms“. Der wiederum wird in der Kornbrennerei in Krummesse hergestellt. Seit 1625 wird hier Hochprozentiges produziert. Abnehmer fanden sich sicher immer in Klempau’s Gasthof: seit 1577 im Familienbesitz ist er einer der ältesten Gasthöfe Deutschlands. (www.stecknitz-region.de)


Viele weitere Informationen und Angebote rund um die „Alte Salzstraße“ und das Herzogtum Lauenburg gibt es online oder telefonisch im Tourismus- und Naturzentrum „erlebnisreich“ unter Tel. (04542) 856860. (4/2011)


 
NABU: Schon mehr als 25.000 Kraniche rasten an der deutschen Boddenküste
Zum Höhepunkt des Vogelzugs bietet der NABU "Birdwatch"-Ausflüge an

Berlin (23.9.2011 - ots) Mehr als 25.000 Kraniche sind bereits an der Ostseeküste zwischen Rügen und dem Darß angekommen. Die bemerkenswerte Zugwelle skandinavischer Kraniche rastet in der Vorpommerschen Boddenlandschaft auf ihrem Weg in die südeuropäischen Winterquartiere. "Durch das schöne Wetter des vergangenen Wochenendes gab es für die Vögel ideale Reisebedingungen", erklärt Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums von NABU und WWF. Er verkündet einen Rekord: Mit fast 14.000 Kranichen wurden am Hauptschlafplatz im Nationalpark Vorpommerns zum jetzigen Zeitpunkt etwa doppelt so viele Vögel gezählt, wie in den vergangen Jahren.

In vielen Regionen haben die Kranichbestände in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. In Schweden brüten mehr als 23.000 Paare, in Polen etwa 15.000 und in Finnland mindestens 20.000. In Deutschland hat sich die Zahl in nur einem Jahrzehnt auf über 7.000 verdoppelt, davon alleine 3.000 Kranichpaare in Mecklenburg-Vorpommern und 2.400 in Brandenburg. Mit dem Bruterfolg wachsen auch die Rastansammlungen auf bisher nicht bekannte Größen. Der Höhepunkt der Herbstrast wird in der ersten Oktoberhälfte mit bis zu 70.000 Kranichen in der Boddenlandschaft erwartet. "Die in Skandinavien gestarteten Zugvögel harren so lange an ihren Rastplätzen aus, bis der richtige Reisewind einsetzt. Für ihren langen Weg in Richtung Spanien und Portugal bevorzugen die relativ schweren Vögel Rückenwind, also möglichst aus Nordosten", erläutert NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Auf den deutschen Ackerschlägen, oft mit abgeerntetem Mais, finden die Tiere nach ihrer anstrengenden Reise über die Ostsee ausreichend Nahrung.

Für alle, die die faszinierenden Vögel hautnah erleben wollen, bietet der NABU-Terminkalender für diesen Herbst mehr als 200 geführte Kranich-Touren zu Fuß, per Fahrrad, Kutsche, Bus, oder auch Kanu und Schiff. Mit gleich zwei "Kranichwochen" stehen die "Vögel des Glücks" vom 25. September bis 2. Oktober rund um das Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf im Mittelpunkt, sowie vom 30. September bis 9. Oktober im Nationalpark Unteres Odertal in Gartz nahe Schwedt. Der NABU ruft Vogelfreunde auf, entlang der Zugrouten der Kraniche Augen und Ohren offen zu halten. Die Beobachtungen können direkt per Internet-Mailformular unter www.NABU.de/kraniche gemeldet werden.

(www.NABU.de)