Wandern zwischen Land und Meer

20.09.2011 [15:20] Auch im Herbst und Winter stehen Wattwanderungen bei Urlaubern im Nordseeheilbad Cuxhaven hoch im Kurs


Es gibt viele Gründe warum das Wattenmeer eine besondere Anziehungskraft auf den Menschen hat. Die permanente Veränderung der endlos erscheinenden und weltweit einzigartigen Naturlandschaft, die seit 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe zählt, ist sicher einer davon. Vor allem aber ist es der bei Ebbe trocken gefallene Wattboden mit seinen geheimnisvollen Hinterlassenschaften, der Nordseeurlauber immer wieder aufs Neue fasziniert. Eine Wanderung dort wo kurz zuvor das Meer dominierte, gehört auch im Herbst und Winter zu einer der beliebtesten Aktivitäten im Nordseeheilbad Cuxhaven.

Krebse, Muscheln, Meersalat: Gut zu wissen was es alles damit auf sich hat. Und welche Vögel sich hier bei Ebbe am reich gedeckten Futterplatz niederlassen. Ein Lebensraum, der unbedingt geschützt werden muss.

Eine gute Möglichkeit, das Wattenmeer vor Cuxhaven näher kennen zu lernen, bietet eine Wattwanderung unter Anleitung eines Wattführers. Dabei erhalten die Teilnehmer nicht nur Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt. Die Wattführer geben auch zahlreiche Hinweise und Informationen, die es ermöglichen, Wattwanderungen auf eigene Faust gefahrlos zu unternehmen.

Lohnenswert ist auch ein Besuch im neu ernannten UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum. Das vormalige Nationalpark-Zentrum in Cuxhaven-Sahlenburg ist ganzjährig geöffnet und bietet in seiner Ausstellung neben einem flutbaren Tidenmodell eine Seevogelvitrine mit Vogelstimmen, drei Seewasseraquarien sowie Veranstaltungen wie Wattexkursionen mit anschließendem Mikroskopierkurs.

Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH, Tel. +49 (0)4721 4040, info@tourismus.cuxhaven.de, www.cuxhaven.de



Korsika-Geheimtipp:
Lavezzi-Archipel

Korsika bietet viel mehr als tolle Sandstrände. Vor allem das Hinterland steht bei Natur- und Outdoor-Fans hoch im Kurs. Doch wenige wissen, dass sich auch am Strand Natur pur erleben lässt: auf dem Lavezzi-Archipel. Die kleinen und großen Outdoor-Experten des Rucksackherstellers Tatonka haben den Geheimtipp zwischen Korsika und Sardinien getestet – und sind von seinem Erlebniswert begeistert.


Der Lavezzi-Archipel besteht aus über hundert winzigen Inseln und Felsenriffen und liegt vor der Südspitze Korsikas, auf halbem Weg nach Sardinien. Seit 1982 steht der gesamte Archipel unter strengem Naturschutz. Auf dem größten Teil des Archipels ist Besuchern der Zugang nicht erlaubt, auf den Inseln Lavezzo, Piramide und Piana sind neugierige kleine und große Naturliebhaber aber willkommen.

Der Lavezzi-Archipel empfängt die Besucher mit einer sehr ursprünglichen, von Wind und Wetter bizarr geformten Landschaft, intensiven Farben und einem würzigen Duft. Große Brutkolonien von Seevögeln gehören hier genauso zum Bild wie vorbeiziehende Delfine.

Die größte der kleinen Inseln, die Île Lavezzo, lässt sich auf zahlreichen gut markierten Wanderwegen erkunden. Und auch unter der Wasseroberfläche tummelt sich zwischen den Klippen reges Leben. Schnorchel und Taucherbrille gehören deswegen unbedingt in den Rucksack. Der sollte auch ausreichend Wasser und Proviant für mindestens drei Stunden fassen, denn auf den Lavezzi-Inseln müssen Besucher ohne touristische Infrastruktur auskommen. Auf dem Lavezzi-Archipel gelten strenge Naturschutzregeln. Nur Lavezzo, Piramide und Piana dürfen besucht werden. Auf den Inseln gibt es generell nur sehr wenig Infrastruktur.

Quelle: Tatonka GmbH

Foto: Gedenkstätte auf Lavezzi. (C) Dietmar Meinert/pixelio.de


Zum 100. Geburtstag:

Auf den Spuren der Grzimeks durch Tansania

Bernhard Grzimek – Zoologe, Tierarzt, Verhaltensforscher, Autor und Zoodirektor – wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Sein berühmter Film „Serengeti darf nicht sterben“ wurde vor genau 50 Jahren gedreht. Dass weite Teile Tansanias heute Nationalparks sind, ist nicht zuletzt Bernhard Grzimek zu verdanken.


Arusha-Nationalpark und Hatari-Momella-Lodge
Ausgangspunkt für die ersten Safaris im Arusha-Natioanalpark ist das Städtchen Arusha, auch Safari-Hauptstadt des Landes genannt – oder Dar es Safari in Anlehnung an Dar es Salam. Innerhalb der Parkgrenzen liegen der 4566 m hohe Vulkan Mount Meru, die Momella-Seen und der Ngurdoto-Krater, der erst durch das Engagement von Bernhard Grzimek in den Arusha-Nationalpark eingegliedert worden ist. Das kleine Museum nahe des Kraters erinnert an Grzimeks Arbeit und informiert gleichzeitig über die Vogelarten des Parks. Das Gebiet ist aber nicht nur durch Filme und Bücher Bernhard Grzimeks bekannt geworden, sondern auch durch den Film „Hatari“ mit Hardy Krüger und John Wayne. Viele Szenen entstanden in der Momella-Lodge, die später im Mitbesitz von Hardy Krüger war.

Elefanten und Baumlöwen am Lake Manyara
Der Manyara-See nimmt zwei Drittel des Lake Manyara-Nationalparks ein. Wegen der riesigen Elefantenherden war die Region zu Grzimeks Zeiten ein beliebtes Abschussgebiet der Großwildjäger. Das Engagement des Tier- und Umweltschützers trug wesentlich dazu bei, dass Großwildjäger aus der Region vertrieben wurden. Neben den Elefantenherden sind Baumlöwen eine der Besonderheiten des Parks und mit scharfem Blick auf Safaris zu entdecken: Meist hängen sie faul in den Baumkronen.

Gol Mountains – Absturzstelle von Sohn Michael
Treuester Begleiter Bernhard Grzimeks war sein Sohn Michael. Aus der Luft zählten die Grzimeks Wildtiere, ermittelten ihre Wanderrouten und sammelten so Argumente gegen die Bestrebungen der Briten, das Land für Besiedlungszwecke zu zerstückeln. Sie wiesen nach, dass bei einer Aufteilung der Gebiete den Tieren bei den zyklischen Wanderungen der Weg abgeschnitten würde. Während der Dreharbeiten für den Film „Serengeti darf nicht sterben“ starb Michael Grzimek 1959 in den Gol Mountains bei einem Flugzeugabsturz. Ein Besuch der Absturzstelle bietet Gelegenheit für eine Gedenkminute. Für den Dokumentarfilm erhielt Bernhard Grzimek 1960 als erster Deutscher der Nachkriegszeit einen Oscar.

Pirschfahrten und Seronera-Forschungsstation
Über ein Jahr hatten die Grzimeks in der Serengeti verbracht und unter höchstem persönlichen Einsatz geforscht: Sie fielen mehrmals aus fahrenden Autos oder lieferten Bruchlandungen mit ihrer mit Zebrastreifen bemalten Dornier 27 bedingt durch Warzenschweinlöcher im Boden. Beim Besuch der Seronera-Forschungsstation erläutert ein Wissenschaftler, was aus den Projekten Grzimeks geworden ist. Inzwischen wurden etliche Dorfbewohner, die an den Randgebieten der Serengeti siedeln, nach umfassender Schulung – zum Beispiel als Park Ranger – in den Wildschutz einbezogen.

Grzimeks Weltwunder: der Ngorongoro-Krater
Bernhard Grzimek betrachtet den Ngorongoro-Krater wegen seines Tierreichtums und der landschaftlichen Besonderheit als Weltwunder. Am Kraterrand ist eine Gedenktafel für ihn und seinen Sohn Michael angebracht. Für die Safari geht es vom Kraterrand auf 2300 m per Allradfahrzeug 300 m steil nach unten in den 16 mal 20 km großen Kraterkessel. Er gilt als die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera (kesselförmige Struktur vulkanischen Ursprungs) der Welt und ist etwa halb so groß wie der Bodensee. Alles was Rang und Namen hat in der ostafrikanischen Tierwelt ist hier zu Hause. Je nach Jahreszeit werden bis zu 25.000 Tiere gezählt.

Wiege der Menschheit – Olduvai-Schlucht
Im Westen der Ngorongoro Conservation Area liegt die 55 km lange und ca. 1000 m tiefe Olduvai-Schlucht. Sie ist mit den Namen Mary und Louis Leakey verbunden. Hier fand das Forscherehepaar neben verschiedenen Steinartefakten einen über zwei Millionen Jahre alten Menschenschädel und über 3,7 Millionen Jahre alte menschliche Fußabdrücke. Die Olduvai-Schlucht markiert das südliche Ende einer Linie, die in der Afar-Senke in Äthiopien beginnt, und als „Grand Canyon der Evolution“ gilt.

www.hauser-exkursionen.de

Fotos: Dieter Schütz / pixelio.de