| Aldi: Niedrige Preise, Arbeitsbedingungen uninteressant (Foto: P. von Bechen / pixelio.de) |
Bangladesch (pte 11.01.2012) - Discounter wie Aldi, Lidl und KiK kümmern sich nicht um die Arbeitsrechtverletzungen ihrer Zulieferer in Bangladesch. Das hat eine aktuelle Untersuchung der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) (CCC) http://sauberekleidung.de ergeben.
Überwachen des Code of Conduct
"Es gibt derzeit wenig effektive Umsetzungsmechanismen bestehender rechtlicher Grundlagen, um Discountfirmen für die Arbeitbedingungen in ihren Zulieferfirmen in anderen Ländern verantwortlich machen zu können. Die Implementierung eines Verhaltenskodex basiert auf Freiwilligkeit und wird oft von den Firmen selbst überwacht", meint Cornelia Staritz, Mitarbeiterin der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung http://oefse.at gegenüber pressetext.
Seit mittlerweile fünf Jahren konfrontiert CCC die Discounter mit massiven Arbeitsrechtsverletzungen in der Textilbranche in Ländern wie Bangladesch, China und Indien. Lidl und KiK führten aufgrund der Konfrontation Trainings zu Sozialstandards bei Produzenten in Bangladesch und China durch.
Mehrheit kein Arbeitsvertrag
Nun wollte die Kampagne wissen, ob sich die Bedingungen geändert haben. Ein Team untersuchte Ende 2011 zehn Zulieferbetriebe von Aldi, Lidl und KiK in Bangladesch und befragte insgesamt 162 Mitarbeiter. "Das Sündenregister der Discounter ist skandalös. Die von ihnen eingeleiteten Schritte führen nicht zu einer wirklichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen", meint Sandra Dusch Silva, Referentin der Christlichen Initiative Remero, Trägerorganisation der CCC.
Die Mehrheit der ArbeiterInnen besitzt keinen Arbeitsvertrag, Überstunden sind aufgrund der hohen Produktions-Solls obligatorisch und werden nicht korrekt bezahlt. Gewerkschaftliche Organisationen werden unterbunden und Diskriminierung der Frauen gehört auch weiterhin zum Alltag. Sexuelle Misshandlungen sind keine Seltenheit.
Zusammenarbeit vor Ort wichtig
"Es gibt lokale Gewerkschaften oder ArbeitnehmerInnenvertretungen und ein Arbeitsministerium. Wichtig ist eine Zusammenarbeit sowohl der Unternehmen als auch der Regierungen mit diesen und lokalen NGOs. Es sollten durch Verhaltenskodizes keine Parallelstrukturen aufgebaut sondern an lokalen Gesetzen und Initiativen angeknüpft werden. Es gibt lokale Arbeitsgesetze, die aber eingehalten und weiterentwickelt werden müssen", meint Staritz.
"Aldi, Lidl und KiK kommen ihrer vom UN-Menschenrechtsrat im Juni 2011 geforderten Sorgfaltspflicht in ihrer Lieferkette nicht nach", so Gisela Burckhardt, Vorstand von FEMNET, Trägerorganisation der CCC. Es wird von den Unternehmen erwartet, dass sie ihre Lieferanten auffordern, die Gesetze zu beachten. Zudem sollten sie regelmäßig Auskunft geben, welche Maßnahmen gesetzt werden, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.
"Auch die Bundesregierung muss ihrer staatlichen Schutzpflicht endlich nachkommen und Unternehmen verpflichten, regelmäßig Informationen offen zu legen", fordert Burckhardt. "Ideal wäre natürlich ein internationaler Gerichtshof für internationale Arbeitsrechte. Die Zulieferer sind rechtlich unabhängig. Trotzdem sollte es effektive Gesetze geben, nach denen die Leitunternehmen für Arbeitsrechtsverletzungen ihrer Zulieferer verantwortlich gemachte werden können", so Staritz.
(pte)
Bestsellerautor zeigt mit Engagement für Plan, wie Werte gelebt werden
Hamburg (ots - 23.9.2011) - In seinem neuen Buch "Redet Geld, schweigt die Welt" beschreibt Ulrich Wickert mit aufrüttelnden Beispielen, warum es für uns alle wichtig und nützlich ist, sich nach moralischen Werten zu richten. Wie Gerechtigkeit und Solidarität gelebt wird, zeigt der frühere Tagesthemen-Moderator mit seinem langjährigen Engagement für die Projekte des Kinderhilfswerks Plan und der 2011 gegründeten Ulrich Wickert Stiftung. Nun ruft er den Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte aus, der Journalisten würdigt, die sich mit Berichten und Reportagen in Deutschland und den 50 Partnerländern von Plan für die Rechte von Mädchen und Jungen einsetzen.
"Die Ulrich Wickert Stiftung soll dazu beitragen, dass die Kinderrechte endlich weltweit Wirklichkeit werden", erklärt Ulrich Wickert. "Plan wurde 1937 von dem britischen Korrespondenten John Langdon-Davies gegründet. Er hat gezeigt, was ein Journalist für unser gemeinsames Ziel bewirken kann. Ich freue mich, mit meiner Stiftung in der Tradition dieses Engagements für die Kinderrechte zu stehen und zugleich einen neuen Impuls zu geben. Journalisten, die für Kinderrechte eintreten, nehmen ihren Auftrag für die Meinungsbildung ernst und zeigen Zivilcourage. Der Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte soll dieses Engagement stärken."
Ulrich Wickert unterstützt Plan Deutschland seit 1995 und gründete die Ulrich Wickert Stiftung unter dem Dach der Stiftung Hilfe mit Plan. Sie vergibt den Journalistenpreis für Berichte und Reportagen, die in herausragender Weise auf die Kinderrechte (Kategorie international) und insbesondere auf die Situation von Mädchen (Kategorie national) aufmerksam machen. Ein Sonderpreis würdigt die Medienarbeit von Kindern und Jugendlichen in den Partnerländern von Plan.
Teilnahmeberechtigt sind Redakteure aller Ressorts und freie Journalisten in Deutschland und den 50 Partnerländern von Plan. Eingereicht werden können redaktionelle Beiträge aus Print- oder Onlinemedien, Hörfunk und Fernsehen, die zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2011 in einem Medium veröffentlicht worden sind. Einsendeschluss ist der 29. Februar 2012. Der Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte ist mit insgesamt 18.000 Euro dotiert.
Weitere Informationen zum Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte finden Sie unter: www.ulrich-wickert-stiftung.de
Plan International Deutschland e.V: www.plan-deutschland.de.
Zum "Tag der indigenen Völker" am 9. August 2011
Indigene sind keine Aliens
Expertin fordert: Menschenrecht muss bei den Verletzlichsten beginnen
Rund 350 Mio. Menschen sind Angehörige von indigenen Völkern. Sie sind keine Überbleibsel vergangener Kulturen oder dem Aussterben geweihte Gruppen, betont Linda Poppe von der NGO Survival International http://survivalinternational.de anlässlich des „Tages der indigenen Völker“ am 9. August. „Indigene sind Teil unserer Welt. Sie suchen wie wir nach Überleben, Freundschaft, Liebe und Wohlbefinden. Sie unterscheiden sich höchstens darin, wie sie diese Bedürfnisse gestalten“, so die Expertin im pressetext-Interview.
Gefährliche Gier
Die Zukunft der Völker ist dennoch unsicher, meist da Wirtschaftsinteressen den Lebensraum gefährden. „Zu Zwangsumsiedelungen kommt es oft bei großen Staudammprojekten, bei Palmöl-Plantagen oder bei der Erschließung von Bodenschätzen“, so Poppe. Das Hauptproblem sei jedoch die Politik. Vielerorts garantieren längst Gesetze Schutz und Anerkennung indigener Völker, die Umsetzung scheitert aber. So werden etwa beim Belo-Monte-Staudamm vorgeschriebene Anhörungen der indigenen Anrainer zwar durchgeführt, haben jedoch statt Mitbestimmungs- bloß Informationscharakter. In vielen Ländern Afrikas fehlt auch die gesetzliche Anerkennung hingegen noch völlig.
Auch der Naturschutz kann zum Problem werden, speziell wenn Natur und Mensch gegeneinander ausgespielt werden. „Während indigene Völker meist nachhaltig leben, können Zwangsumsiedlungen die Natur schädigen, wie das Beispiel des Yellowstone-Nationalparks gezeigt hat. Probleme wie illegaler Holzeinschlag spitzen sich zu, wenn man Menschen die Lebensgrundlage entzieht und somit in die Armut drängt“, erklärt die Survival-Expertin. Entsprechend vertritt Erwin Kräutler, Träger des Alternativen Nobelpreises, das Konzept der „Mitwelt“ - die Umwelt, zu der auch der Mensch gehört (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20101002008 ).
100 unkontaktierte Völker
„Das Überleben der Indigenen muss auch uns in Europa wichtig sein“, so das Credo Poppes. Allen voran aus normativen Gründen: „Wollen wir die Menschenrechte in Anspruch nehmen, so müssen sie für diese am meisten verletzlichen Gruppen erst recht gelten.“ „Nützlich“ seien indigene Völker vor allem, da sie es seit Jahrtausenden erfolgreich geschafft haben, unter oft sehr schweren Bedingungen zu überleben. „Ihr Lebensstil liefert andere Ideen der Lebensgestaltung, deren Verlust angesichts endlicher Ressourcen auch unser Überleben in Frage stellt.“
Zu den vielen Errungenschaften der Eingeborenen-Völker gehört die Landwirtschaft, die in Papua Neuguinea teils lange vor Europa begann. Wichtige Grundnahrungsmittel wie Maniok, Mais und Kartoffeln stammen aus indigener Züchtung, und auch viele indigenen Jagd-, Überlebens- und Erziehungstechniken sowie das Umweltwissen der Indigenen gelten als einzigartig. Von den 7.000 heute gesprochenen Sprachen werden 4.000 von indigenen Völkern gesprochen, über 1.000 davon alleine in Papua Neuguinea. Rund 100 Völker leben weiterhin ohne Kontakt zur Außenwelt.
Solidarität und bewusster Konsum
Um die Zukunft indigener Völker zu sichern, bleibt viel zu tun. „Es geht um die Umsetzung internationaler Standards wie etwa das Recht auf Überleben und Selbstbestimmung. Für Indigene bedeutet das vor allem Konsultation und Mitbestimmung bei sie betreffenden Projekten, Landrechte, Rechte auf Sprechen der eigenen Sprache oder Recht auf Leben, was den Schutz vor Gewalt mit einschließt“, so Poppe. Der wichtige Beitrag des Einzelnen dazu sei die solidarische Wahrnehmung. „Minderheiten brauchen eine Öffentlichkeit - also eine Mehrheit, die für sie spricht und die Einhaltung ihrer Rechte fordert.“
Doch auch das Konsumverhalten hängt mit dem Schicksal indigener Völker zusammen, bemerkt „die Umweltberatung“ http://www.umweltberatung.at . Der NGO-Verband empfiehlt das Meiden oder zumindest fachgerechte Rezyklieren kurzlebiger Waren auch aus Rücksicht auf Indigene, treiben doch beispielsweise Aluminium-hältige Produkte die Ausbeutung des Amazonas durch Bauxitminen und deren Energiehunger voran. Günstig seien hingegen biologisch produzierte Lebensmittel, Fairtrade-Artikel oder regionale Produkte, da diese in der Regel höhere Umwelt- und Sozialstandards sicherstellen.
(pte)
Kinder aus Fukushima im Alpbachtal zu Gast
Das Unglück für kurze Zeit vergessen

Jugendliche aus der Präfektur Fukushima konnten für drei Wochen ihrem Alltag entfliehen. In einem Projekt von Rotary International machten sie Erholungs- und Kultururlaub in Österreich und entdeckten bei Rafting, Bergwandern und Schwimmen vom 5. bis 8. August die Urlaubsregion Alpbachtal Seenland.
Kramsach/Japan. Koki Yoshida hatte einen Traum, er wollte Pianist werden. Doch mit dem Erdbeben vor fünf Monaten ist dieser Traum in weite Ferne gerückt. Auf seinem Klavier wird er nie wieder spielen können. Denn der Konzertflügel steht im Haus seiner Eltern, mitten in der Todeszone, zehn Kilometer vom Kraftwerk Fukushima entfernt. Der 15jährige weiß, dass er nie wieder dorthin zurückkehren kann, alle Dokumente und Möbel - darunter auch sein geliebtes Klavier - sind zerstört und verstrahlt. „Als das Beben begann, dachten wir es sei ein gewöhnliches Erdbeben. Doch dann sind Bücherregale, der Kühlschrank und sogar die Kacheln im Bad von der Wand gefallen. Wenig später habe ich die Flutwelle gesehen und danach waren alle alten Häuser der Stadt plattgewalzt“, schildert Koki den Tag der Katastrophe, den er in seinem Hochhaus erlebte. Der Unmut des Jungen richtet sich gegen den
AKW-Betreiber Tepco. „Sie haben immer gesagt, es ist absolut sicher“, und sagt im selben Augenblick „heute kümmert sich keiner von denen um uns“. Gemeinsam mit seiner Familie lebt er nun bei den Großeltern, außerhalb der 20km Zone auf engstem Raum aber in Sicherheit. Koki Yoshida ist einer von
23 Jugendlichen die alle ein ähnliches Schicksal teilen und nun für drei Wochen ihren Alltag vergessen wollen. Sie sind nach Österreich auf Erholungs- und Kultururlaub eingeladen worden. Koki und seine zehnköpfige Gruppe sind in Tirol in Kramsach angekommen während der zweite Teil der Jugendlichen die Steiermark bereist.
Kein Eindruck der Hilflosigkeit, sondern ein Geschenk
Die Reise wurde von Rotary International initiiert und von vielen privaten Sponsoren finanziert, die dem krisengeschüttelten Japan ein Geschenk machen wollen. Doch „Hilfe“ und „Mitleid“ will Ernst Laschan, selbst Rotarier und Begleiter der Gruppe, nicht erwecken. „Mit diesem Projekt soll nicht der Eindruck der Hilflosigkeit Japans entstehen, sondern wir wollen Japan und gerade jenen Jugendlichen die es nicht so leicht haben, ein Geschenk machen“, erklärt Laschan die Motivation der Reise.
Ursprünglich hätte es ein Hauptstädte-Trip durch Österreich werden sollen. Doch Ernst Laschan kontaktierte seinen langjährigen Freund Leo Meixner, den ehemaligen Mitarbeiter des TVB Alpbachtal Seenland, und dieser hat sogleich Kontakt zu Hotels, Restaurants, Busunternehmer und Freizeitanbieter aufgenommen. „Alle haben unverzüglich ihre volle Unterstützung zugesagt und in kürzester Zeit haben wir ein Programm auf die Beine gestellt“, sagt Leo Meixner.
Rafting, Sightseeing und ein Gruß des Landeshauptmanns
Die Jugendlichen hatten ein buntes Programm vor sich. Mit dem Porsche ging es zum Rafting nach Imst. Sie übernachteten im vier-Sterne-Hotel Kramsacher Hof und der örtliche Busunternehmer Lanzinger organisierte die Transfers. Bei den Kramsacher Traditionsgasthöfen Gappenhof und Brantlhof
bekamen die Kinder deftige Jausen und in Rattenberg tischte der Konditor Rainhard Hacker süße Mehlspeisen auf. Bei all den kulinarischen Köstlichkeiten ist es doch die Landschaft, die dem japanischen Grüppchen am besten gefallen hat. Beeindruck vom Bergsee Zireinsee überreichte der Landeshauptmann Günther Platter jedem noch einen Rucksack.
Einmal wieder Kind sein und neuen Mut fassen
Die Kinder haben das Beben, die Flutwelle und die darauf folgende Nuklearkatastrophe hautnah miterlebt. Sie alle haben ihre Lebensgrundlage verloren und können nicht mehr in ihre Häuser zurück, aber der Aufenthalt hat den Jugendlichen wieder ein bisschen mehr Kraft gegeben. Koki Yoshida ist von Österreich begeistert und hat auf seiner Reise durch das Musikland Österreich wieder neuen Mut gefasst. „Wenn ich wieder nach Japan zurückkehre, werde ich mir eine Alternative suchen, wo ich in Zukunft Klavier üben kann“, sagt Koki.
Alle weiteren Informationen rund um die Tiroler Region Alpbachtal Seenland und die attraktiven Vergünstigungen der Alpbachtal Seenland Card gibt es unter www.alpbachtal.at.
Weltkarte zeigt Stress der Korallen
Mensch trägt Mitschuld am Niedergang des Ökosystems Riff

Korallen im Stress: Hoffnung nur noch bei grünen Regionen (Bild: WCM)
Sydney/Kiel (pte 12.08.2011) - Korallen in tropischen Gewässern werden durch den Klimawandel und das Einwirken des Menschen immer weiter zurückgedrängt. Wo sie unter besonders hohem Druck stehen, zeigt ein internationales Forscherteam der Wildlife Conservation Society WCS http://wcs.org in der zeitschrift PLoS ONE anhand einer Weltkarte. "Es geht nun darum zu suchen, wo Schutzmaßnahmen die besten Erfolgschancen haben", erklärt Studienleiter Joseph M. Maina von der australischen Macquarie University.
Zu den wichtigsten Gefahren, denen Korallen ausgesetzt sind, zählen die Erwärmung der Oberflächentemperatur des Meeres, Sedimentbildung, UV-Strahlung sowie auch Windstille. Der Mensch ist eine Bedrohung durch Fischerei, Küstenverbau und Tourismus. "Auch Taucher können für Riffe schädlich sein", betont Korallenfoscher Armin Form vom IFM-GEOMAR http://www.ifm-geomar.de gegenüber pressetext. Günstige Faktoren sind hingegen hohe Gezeiten- und Temperaturunterschiede sowie die Errichtung von Schutzgebieten.
Mehr Rot als Grün
Die WCM-Forscher aus Europa, den USA und Australien teilten die heute bestehenden Steinkorallen-Riffe je nach ihrer Gefährdung in Cluster ein. Grundlage dafür bildeten Satellitendaten, mathematischen Modelle sowie das bisherige Wissen über Korallen und deren Wechselwirkung mit der Umgebung. Das Ergebnis ist eine Weltkarte mit rot markierten Gebieten für Korallen mit hoher Stressbelastung und mit grünen Stellen, wo die Artenvielfalt durch Management-Maßnahmen langfristig am meisten profitieren könnte.
Durch Temperatur, UV-Strahlung und ungünstige Windlage gleichzeitig gefährdet sind Korallen in Südostasien, in Mikronesien, im Ostpazifik sowie im zentralen Indischen Ozean. In Küstengewässern des Nahen Ostens sowie vor Westaustralien sind hingegen Sedimentablagerungen sowie das Phytoplankton die zentralen Probleme. Etwas günstiger ist die Situation der Korallen in der Karibik, am Great Barrier Reef, im Zentralpazifik und Polynesien sowie im westlichen indischen Ozean, zeigt die Karte.
Frage der Verantwortung
Korallenriffe sind Brutstätte und Lebensraum vieler Meeresbewohner, und auch der Mensch profitiert direkt durch Tourismus und Fischerei. Die Zukunft der Korallen sieht jedoch traurig aus. Viele bekannte Riffe sind heute schon am Limit und bleichen aus. Bis zu 80 Prozent von ihnen dürfte laut Experten bis 2100 verschwinden. "Zwar wird die Natur im Zuge der Erderwärmung und Versauerung der Meere vielleicht neue Nischen besiedeln. Wir müssen uns aber fragen: Wollen wir dafür verantwortlich sein?", gibt Form zu bedenken.
Originalstudie unter: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0023064
(pte)
Klimaneutral ist kein Reiseargument
Alpen-Touristen interessieren sich kaum noch für Nachhaltigkeit
Die Fakultät für Tourismus der Hochschule
München http://tourismus.hm.edu befragte deutsche Urlauber: "Ändern
potenzielle Alpen-Gäste ihre Reiseentscheidungen aufgrund des
Klimawandels?" Die Vorstudie ergab: Die Urlauber blenden die Folgen des
Klimawandels aus. Sie halten es mit dem Urlaub "wie bisher" oder sogar
auf "erleben, solange es noch geht". "Wir waren von der Schärfe dieser
Aussagen überrascht", sagt Felix Kolbeck von der Fakultät für Tourismus
in München im pressetext-Interview.
"Uns
wird immer klarer, dass die Leute nichts unbedingt kaufen, wo
klimaneutral drauf steht", so der Tourismus-Experte. Niemand buche eine
Reise, weil sie klimaschonend sei. Der Gast wolle keinen "Klimaurlaub"
machen. Die Klimaverträglichkeit sei kein Leitmotiv für einen Urlaub.
Die Touristen interessierten sich vielmehr für die Themen: Ernährung,
Sport und Wellness.
Daher sollten die Anbieter und Hoteliers
selbst versuchen, die Klimawirkung innerhalb ihrer Angebote zu
optimieren. Die Hotelbesitzer bräuchten Klimaschutz erst gar nicht in
ihr Marketing aufnehmen. Statt der Nachhaltigkeit sollten die
Rentabilität für die Anbieter, die Urlaubsqualität für den Gast und die
Lebensqualität für die Bevölkerung verbunden werden. So seien alle
Parteien zufrieden. "Das Thema Klimaschutz muss anders verpackt werden",
sagt der Tourismus-Professor abschließend. (pte 2011)