Interview mit dem Homöopathie-Experten Sven Sommer
„Ich habe immer meine kleine homöopathische Taschenapotheke dabei“


Die Deutschen gelten als „Reiseweltmeister“. Doch auf gesundheitliche Probleme oder Erkrankungen im Ausland sind viele Urlauber nicht vorbereitet. Wie man solchen Beschwerden am besten vorbeugen kann, warum eine homöopathische Haus- und Reiseapotheke hierfür hervorragend geeignet ist und wie man im Ausland an die „süßen Globuli“ gelangt, erläutert der erfahrene Homöopath und Bestseller-Autor Sven Sommer im Interview zu seinem neuen Ratgeber „Sven Sommers Homöopathische Haus- und Reiseapotheke“.

Sie haben bereits einige Bücher und Standardwerke zur Homöopathie verfasst. Was war die Motivation für die „Homöopathische Haus- und Reiseapotheke“?

Sommer: Ich bin ein reisefreudiger Mensch, der immer seine kleine homöopathische Taschenapotheke mit dabei hat. Sie nimmt nicht viel Platz weg und hat mir schon viele Male bei allen möglichen Gesundheitsproblemen auf Reisen geholfen. Nachdem Freunde, Patienten und Leser mich auch noch darum gebeten hatten, für sie eine Reiseapotheke zusammenzustellen, habe ich mich zusammen mit Dr. med. Werner Dunau daran gemacht, diesen kleinen Ratgeber zu verfassen, der prägnant, aber umfassend über homöopathische Mittel informiert, aber auch allgemeine und schulmedizinische Tipps gibt – und zwar nicht nur für die Reise, sondern auch für daheim.

Was ist der Vorteil einer homöopathischen Haus- und Reiseapotheke gegenüber den üblichen Verfahren, Beschwerden und Krankheiten zu behandeln?

Sommer: Die empfohlenen homöopathischen Mittel haben keine Nebenwirkungen und können deshalb problem- und gefahrlos auch von Nicht-Profis eingesetzt werden. Gerade bei einfachen und banalen Erkrankungen bietet sich die Selbstbehandlung an. Vorteil einer kleinen Taschenapotheke ist zudem, dass man die Mittel bei Bedarf gleich zur Hand hat. Denn frühzeitig eingesetzt können Homöopathika oft schon eine entstehende Krankheit im Keim ersticken oder aber vermeiden, dass Beschwerden in voller Stärke ausbrechen. Auf Reisen bietet dies eine zusätzliche Stütze im Krankheitsfall, wenn sich oftmals die Suche nach einem Arzt schwierig gestaltet. Da Homöopathika keine Wechselwirkungen mit herkömmlichen Medikamenten haben, kann man sie auch problemlos kombinieren. Der Ratgeber erklärt dabei, wie Sie im Krankheitsfall am besten vorgehen.


Die Deutschen gelten bekanntlich als „Reiseweltmeister“. Damit werden nicht nur die Reiseziele immer exotischer, sondern auch die Krankheiten, auf die man trifft oder die sogar eingeschleppt werden. Was sind die häufigsten Beschwerden, mit denen Urlauber zu kämpfen haben?

Sommer: Auch wenn wir eine Zunahme von tropischen und exotischen Erkrankungen aufgrund der wachsenden Reisefreudigkeit verzeichnen, sind es Durchfall und Erkältungskrankheiten, die einem am häufigsten den Urlaub vermiesen. Natürlich gibt es auch hier gefährliche Erreger und Zustände, aber in der Regel sind die Gründe eher banaler Natur: fremde Kost und ungewohntes Klima. Unser Ratgeber bietet in diesen Fällen neben homöopathischem und schulmedizinischem Rat auch einfache Empfehlungen, was man zur Vorbeugung und was man im Krankheitsfall zusätzlich machen kann.

Gibt es grundsätzliche Maßnahmen, die man bei jeder Reise beachten sollte? Wo erhält man kompetente Unterstützung bei der gesundheitlichen Reisevorbereitung?

Sommer: Grundsätzlich gilt: Je ferner und abgelegener die Reise und je schlechter der Allgemeinzustand, desto früher sollten Sie sich auf die Reise vorbereiten und dabei auch medizinischen Rat einholen. Ihr Hausarzt oder Heilpraktiker wäre dabei der erste mögliche Ansprechpartner. Tropeninstitute geben versierte Auskunft; zum Beispiel bietet das Tropeninstitut in München mit seiner hervorragenden Webseite www.fit-for-travel.de einen praktischen reisemedizinischen Infodienst.

Impfungen gehören zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen der konventionellen Medizin. Was hat es demgegenüber mit der so genannten „Homöoprophylaxe“ auf sich?

Sommer: Die Homöoprophylaxe ist die homöopathische Alternative zur Impfung. Obwohl es inzwischen einige interessante Studien zur Wirksamkeit der Homöoprophylaxe gibt, stehen Schulmedizin und auch viele Homöopathen dieser Art der „Impfung“ sehr skeptisch gegenüber. Meines Erachtens kann sie aber dann eingesetzt werden, wenn es keinen Impfstoff gibt (zum Beispiel beim Dengue-Fieber), wenn ein üblicher Impfstoff aus irgendwelchen Gründen (Allergie, Unverträglichkeit, Schwangerschaft, Kleinkindalter) nicht verwendet werden kann oder wenn schulmedizinische Maßnahmen allein keinen verlässlichen Schutz bieten.

Woran erkenne ich als Laie, ob eine Krankheit homöopathisch behandelt werden kann oder ob ich besser (schul-)medizinische Versorgung in Anspruch nehmen sollte?

Sommer: Unser neuer Ratgeber gibt darüber genau Auskunft. Sie finden darin an allen relevanten Stellen den Hinweis, wann fachliche Hilfe aufgesucht werden muss. Grundsätzlich gilt, dass man homöopathische Mittel aufgrund ihrer Armut an Nebenwirkungen frühzeitig einsetzen kann; sobald die Krankheit aber einen Zustand erreicht, bei dem man normalerweise den Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen würde, müssen Sie dies auch weiterhin tun.

Die homöopathischen Heilmittel haben weder Neben- noch Wechselwirkungen. Gibt es trotzdem gesundheitliche Risiken bei ihrer Anwendung?

Sommer: Das einzig große Risiko bei der Anwendung homöopathischer Mittel ist die Verschleppung eines Krankheitsgeschehens; wenn man also die passende Arznei nicht findet, deshalb auch keine richtige Besserung der Beschwerden verspürt und trotzdem nicht rechtzeitig ärztlichen Rat sucht. Warten Sie also niemals zu lange, bevor Sie fachliche Hilfe aufsuchen!


Wie komme ich im Ausland an homöopathische Mittel oder Heilpraktiker? Gibt es internationale Organisationen, die eine verlässliche Qualitätssicherung garantieren?

Sommer: In Europa sind die homöopathischen Mittel in aller Regel über Apotheken zu beziehen. Das ECCH – European Central Council of Homeopaths (www.homeopathy-ecch.org) – bietet Hilfe bei der Suche nach einem qualifizierten Homöopathen.
Auch im außereuropäischen Ausland fragen Sie am besten zuerst in Apotheken nach homöopathischen Mitteln. Apotheken, die ein gutes Sortiment an homöopathischen Mitteln führen, können meist auch erfolgreiche Homöopathen in ihrer Umgebung empfehlen. Länder außerhalb Europas, in denen die Homöopathie weit verbreitet ist, sind Indien,
Pakistan, Südafrika, Australien, Neuseeland und generell in Süd-, Mittel-, und Nordamerika.

Das Interview wurde im Juni 2011 geführt. (Mankau-Verlag)

Sven Sommers
Homöopathische Haus- und Reiseapotheke
Mit schulmedizinischen Tipps von Dr. med. Werner Dunau
Mankau Verlag 2011, 9,99 € (D) / 10,30 € (A)
Broschur, 10,5 x 16,5 cm, 220 S., ISBN 978-3-86374-010-8



Reiseapotheke:

Besser individuell zusammengestellt

Erkältung, Sonnenbrand oder Magen-Darm-Erkrankungen: Fast die Hälfte aller Urlauber aus Deutschland ist während einer Ferienreise schon einmal krank geworden. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag der DAK. 

Die Gesundheitsfachleute von TÜV Rheinland empfehlen deshalb, bei der Urlaubsvorbereitung auch eine Reiseapotheke gewissenhaft zusammenzustellen: „Am besten die Medikamente sorgfältig selbst auswählen und sich nicht auf ein fertiges Paket aus der Apotheke verlassen“, rät Dr. Ulrike Roth, Arbeitsmedizinerin von TÜV Rheinland. „Jeder kennt seine persönlichen Gesundheitsprobleme selbst am besten und weiß, welche Medikamente er bei Beschwerden gut verträgt.“ Wer bei der Zusammenstellung unsicher ist, kann seinen Hausarzt um Rat fragen.

Zur Grundausstattung einer guten Reiseapotheke gehören Pflaster in verschiedenen Größen sowie Schere und Pinzette. Ebenfalls unentbehrlich: eine desinfizierende Wundsalbe, kühlendes Gel gegen Juckreiz bei Insektenstichen, Verbandsmaterial, ein Fieberthermometer sowie Medikamente gegen Fieber und Schmerzen. „Um Infektionen oder Durchfall durch Bakterien in verunreinigter Nahrung vorzubeugen, sollten Urlauber außerdem ein Durchfallmittel im Gepäck haben“, empfiehlt Dr. Roth. Das hilft, den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Bei Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, sollte der Reisende das regelmäßig benötigte Medikament in ausreichender Menge dabei haben. Denn in anderen Ländern kann es oft problematisch sein, die gleiche Qualität zu erhalten. „Außerdem sollte der Hausarzt die Notwendigkeit dieser Medikamente bescheinigen“, sagt die Expertin. So lassen sich eventuelle Schwierigkeiten mit ausländischen Zollbehörden oder bei der Gepäckkontrolle vermeiden.
Weiter wichtig: Telefonnummer von Haus- und Kinderarzt sowie Adressen von deutschsprachigen Ärzten beim Reiseveranstalter oder Konsulat heraussuchen.

Quelle: www.tuv.com



Brennnessel gegen Sonnenbrand?

 

Kaum zu glauben, aber wahr: Gerade die Wirkstoffe der Brennnessel helfen bei Sonnenbrand und seinen Folgen. Und das ganz natürlich ...

Die Eigenschaft, auf der Haut zu brennen, hat der Brennnessel ihren Namen eingebracht. Ihre Blätter haben feine Nesselhaare, die bei Hautkontakt Schmerz und Entzündung hervorrufen – ähnlich einer Verbrennung. Ein Heilpflanzenauszug aus der Pflanze wirkt genau entgegengesetzt: Er lindert Hitzeschmerz und
hilft dem Organismus bei Heilung und Regeneration. Zudem fördert die Brennnessel die Neubildung gesunder Haut.
Das ist gerade bei Sonnenbrand wichtig. Bei intensiver Sonnenstrahlung dringt der UV-Anteil des Sonnenlichts in die
Haut ein und verletzt Hautzellen. Er löst eine Entzündungsreaktion aus: die Haut wird rot, heiß und schmerzt. Nun
müssen Stoffwechseltätigkeit und Selbstheilungskräfte der Haut angeregt, Entzündungen gehemmt und Schmerzen gelindert werden. Dabei hilft die Brennnessel – und das ohne chemische Zusätze. Weiterhin lindert das Kraut leichte Verbrennungen und juckende Insektenstiche. 

Das Combudoron® Gel von Weleda mit Brennessel-Auszügen wirkt kühlend, abschwellend sowie schmerzlindernd und fördert den Aufbau von neuem, gesundem Hautgewebe. (Quelle + Foto: Weleda AG)